Gleichgeschlechtliche Lebensweisen

Fachtag "Allein unter Heteros - Lesbische und schwule Jugendliche im ländlichen Raum"

am 6. Oktober 2005

Donnerstag, 06. Oktober 2005, Sportschule Frankfurt, Otto-Fleck-Schneise 4, 60528 Frankfurt

Eine Kooperationsveranstaltung des Hessischen Jugendrings mit dem Hessischen Sozialministerium

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Wer sich outet, riskiert viel. "Es gibt nicht den Zeitpunkt, an dem man es realisiert, sondern den, ab dem man es sich eingesteht" so ein junger Auszubildender aus einem nordhessischen Landkreis.

Ein großer Teil junger Lesben und Schwuler lebt außerhalb der hessischen Großstädte. Das Leben als jugendliche/r Lesbe oder Schwuler auf dem Land oder in Kleinstädten muss nicht zwangsläufig problematisch sein; aber einige Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass die Situation für Jugendliche dort schwieriger ist als in den Städten. Es gehört viel Mut dazu, als junge/r Lesbe oder Schwuler die sexuelle Orientierung im ländlichen Raum offen zu leben. Beleidigende und verletzende Äußerungen bis hin zu körperlichen Angriffen gehören zu den Erfahrungen, die Homosexuelle häufiger auf dem "Land" erleben.
Ausschlaggebend für ein gelingendes Coming-Out ist der Erwerb persönlicher Identitätsstärke und das Gefühl, akzeptiert zu werden. Auf beides hat die unmittelbare Umgebung der jungen Menschen Einfluss. Entscheidend ist, ob die Jugendlichen die notwendigen Informationen und die erforderliche Akzeptanz erfahren, die den Coming-Out-Prozess erleichtern. Viele homosexuelle Jugendliche müssen ein Leben in der Anonymität führen und können kaum Kontakte mit anderen Lesben und Schwulen aufnehmen.

Im Rahmen der geplanten Fachtagung sollte die Situation von jungen Lesben und Schwulen im ländlichen Raum dargestellt sowie über die Konsequenzen für die Jugendarbeit in Hessen nachgedacht werden.

Zielgruppe waren pädagogische Fachkräfte in der Jugendhilfe, aus Beratungsstellen und alle Interessierten.

Moderation: Marie-Christin Winkler, Hessischer Jugendring, und Konny Gerhard, externe Beraterin des Hessischen Sozialministeriums


Programm

Ab 9:45 Uhr Einlass, Stehkaffee

10:00 Uhr Eröffnung und Begrüßung durch Ulrich Bachmann, Hessisches Sozialministerium, und Marie-Christin Winkler, Hessischer Jugendring

10:30 Uhr Fachvortrag 
"Jugendliche erleben sexuelle Orientierung" 
Ergebnisse einer Internetbefragung 
Dr. Meike Watzlawik, Psychologin, Universität Braunschweig

11:30 Uhr Pause

11:45 Uhr Fachvortrag 
"Die Lebenssituation von jungen Schwulen und Lesben im ländlichen Raum"
Christoph Behrens, Ministerium für Justiz, Frauen, Jugend und Familie Schleswig-Holstein

12:55 Uhr Kurzvorstellung der Fachforen

13:00 Uhr Mittagspause

14:00 Uhr Fachforen (während der Fachforen findet eine kurze Kaffeepause statt)

"Möglichkeiten und Grenzen der Lesbentelefonberatung im ländlichen Raum"
Sonja Guber und Miriam Linder, Lila Kabel, Lesbentelefon Gießen

"Das Konzept des Arbeitkreises Sexuelle Orientierungen in Schleswig Holstein"
Thomas Rattay, Netzwerk NA SOWAS Schleswig Holstein

"Junge Lesben und Schwule auf dem Land"
Stefanie Nordt und Thomas Kugler, KomBi Berlin

"Power up" - Zur Förderung eines professionellen Umgangs mit Jugendlichen auf der Suche nach ihrer sexuellen Identität
Andrea Lang, PLUS e.V Mannheim

16:30 Uhr Perspektiven, Abschluss

17:00 Uhr Ende der Veranstaltung